Blog - Artikel aus 2015

Alsumer Berg und Stahlwerk Duisburg Schwelgern

An das ehemalige Fischerdorf Alsum am Rhein erinnert heute nur noch der Alsumer Berg. 1139 wurde dass Dorf erstmals urkundlich erwähnt. 1965 wurde es wegen starker Bergsenkungen aufgegebenen. Der Boden hatte sich um mehrere Meter gesenkt, der Rhein überflutete das Gebiet immer wieder. Die ursprüngliche Mündung der Emscher befand sich hier. Nach 1965 wurde das Gelände des Dorfes verfüllt. Die Stadt Duisburg nutzte das Gebiet als Schuttablade, so enstand der Alsumer Berg. Andere Teile von Schwelgern und Alsum stellte Duisburg Thyssen zur Verfügung. Das Stahlwerk Schwelgern wurde erweitert. Heute gehört der Alsumer Berg zur Route der Industriekultur. Mehrere freigeschnittene Bereiche auf dem Alsumer Berg ermöglichen einen Blick auf das Stahlwerk Schwelgern und den Rhein. Die Halde Rheinpreussen ist von hier aus zu sehen.

Alsumer Berg, Kokerei Schwelgern und Hochofen Schwelgern Ablöschturm
Alsumer Berg, Kokerei Schwelgern und Hochofen Schwelgern
Alsumer Berg, Kokerei Schwelgern und Hochofen Schwelgern
Alsumer Berg, Kokerei Schwelgern und Hochofen Schwelgern, Rhein und Kraftwerk Walsum
Alsumer Berg, Kokerei Schwelgern und Hochofen Schwelgern
Löschturm Kokerei Schwelgern
Kokerei Schwelgern

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Ruhrgebiet Landmarke: Emschermündung

Zweimal wurde die Mündung der Emscher nordwärts verlegt. Durch Bergsenkungen hätte der Fluß ansonsten nicht mehr genug Gefälle gehabt. Wenn der unterirdische Abwasserkanal fertig und die Emscher ein fast natürlicher Fluß geworden ist, wird die Mündung nochmal ein Stück nach Norden wandern. Das Ruhrgebiet ist eine vom Menschen gemachte Landschaft. Unsere Berge sind Halden, aufgeschüttet aus Abraum der Kohlegruben. Die Emscher wurde zum offenen Abwasserkanal gemacht, dessen Verlauf so sehr verändert wurde wie kein Zweiter. Das gleiche Schicksal erlitten zahlreiche kleinere Zuflüsse. Heute ist das Wasser der Emscher, dass bei Dinslaken in den Rhein fließt, sauber. Wasserpflanzen wachsen auf den letzten Kilometern vom Klärwerk Emschermündung bis zur Mündung in den Rhein. Das Mündungsbauwerk der Emscher ist eine Landmarke des Ruhrgebiets.

Mündungsbauwerk der Emscher. Emschermündung in den Rhein bei Dinslaken
Mündungsbauwerk der Emscher. Emschermündung in den Rhein bei Dinslakenund Angler. Herbst.
Mündungsbauwerk der Emscher. Emschermündung in den Rhein bei Dinslaken im Herbst.
Emschermündung in den Rhein bei Dinslaken
Emschermündung in den Rhein bei Dinslaken
Emschermündung in den Rhein bei Dinslaken
Rhein bei Dinslaken

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Dachbodenfund: Analoger Belichtungsmesser Minolta Auto Meter II

Minolta Auto Meter II Analoger Belichtungsmesser

Dachbodenfund einer Fotosammlung im Freundeskreis. Ein analoger Belichtungsmesser Minolta Auto Meter II, Jahrgang 1976. Funktioniert tadellos. Ist er nicht eine Schönheit? ;-)


Es ist möglich das auftreffende oder das reflektierte Licht zu messen, so wie es die Kamera tun würde. ( INC./REF. Einstellung)


Nachdem der ASA / DIN Wert eingestellt ist, misst der Belichtungsmesser, sobald die Taste rechts oben am Gehäuse gedrückt wird. Die innere Skala dreht sich und bleibt auf der korrekten Blende- / Belichtungszeit- Kombination stehen. Auf den Bildern ist der Belichtungsmesser auf 100 ASA / 21 DIN eingestellt. Das entspricht 100 ISO. 


Korrekte belichtet wäre das Bild in diesem Fall bei offener Blende 1,4 und 1/250s. Bei geschlossener Blende 22 ergibt sich eine Belichtungszeit von 1s. Blende 4 und 1/30s waere auch eine mögliche Kombination. Oder Blende 2,8 und 1/60s. Oder Blende 8 und ? Belichtungszeit.

Minolta Auto Meter II Analoger Belichtungsmesser
Minolta Auto Meter II Analoger Belichtungsmesser


Zoutelande

Nicht fotografieren ist keine Option. Auch im Urlaub in Zoutelande / Zeeland. Und so nahm ich mir zwischendurch Zeit und zog mit meiner Kamera los.

Zoutelande, Strand, Sand Wasser, Holland, Nordsee, Bank, Sonnenuntergang
Zoutelande, Strand, Wasser, Holland Nordsee, Holzpfähle, Sonnenuntergang, Sand, Himmel
Zoutelande, Strand, Wasser, Holland Nordsee, Holzpfähle, Sonnenuntergang, Sand, Himmel
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Seegras Ente und Schilf
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Möwen, Brandung, Holzpfähle, Himmel, Wasser
Zoutelande, Strand, Ebbe, Holzpfähle, Sand
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Baldeneysee Essen

Sommernachmittag am Baldeneysee in Essen.

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Baldeneysee Essen, Stehpaddeler, Ruderboot
Baldeneysee Essen. Kanadagans Kücken

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Die Sache mit dem Rollbrett ... Meine Midlifecrisis ist perfekt ...

Die Geschichte ist schnell erzählt. Anfang des Jahres traute ich mich auf das Rollbrett eines Nachbarsjungen.

Bei mir ist das ein paar Jahre her – das mit dem Skateboard fahren. Hat aber -fast- sofort wieder geklappt ...

Na ja, aus dem Kopf gegangen ist die Sache mir nicht mehr.

 

Letzt Woche war es dann soweit, ich fand mich bei Rip & Noise in Essen wieder.

Und das ist dabei herausgekommen: Meine Midlifecrisis ist perfekt! :-)

 

Das Deck hat übrigens einen "Old School" shape. Passt ja. :-)

olson&hekmati old school
olson&hekmati old school
olson&hekmati old school
olson&hekmati old school

Unterwegs mit Lea und Matthias von „checkpott“

Kennt man sich aus dem Internet und trifft sich dann „live“, ist das eine spannende Sache. Mit Matthias von checkpott hatte ich immer mal wieder lockeren Mailkontakt.

Irgendwann kam die Idee, zusammen was auf die Beine zu stellen. Aus der Idee wurde ein konkreter Plan. Für die checkpott Serie „Orte des Wandels“ sind wir gemeinsam mit Lea Anfang Mai losgezogen.

 

Euch hier keine Schnappschüsse des Tages zu zeigen, hätte mein Fotografen – Ego nicht zugelassen.  ;-)

 

Erstes Ziel war das Gelände der ehemaligen Zeche Alstaden. Wusstet Ihr was Protegohauben sind und wozu es die gibt?

Ich bin keine 1500m weiter aufgewachsen und wusste nichts von diesen Hauben.

Protegohaube. Ehemalige Zeche Alstaden Schacht 3

Weiter ging es zum Zauberlehrling, zur Mündung des Läppkes Mühlenbach und zur alten Kläranlage Läppkes Mühlenbach, deren Faulturm von innen begehbar ist. Das alte Klärbecken ist zum Teich umgestaltet worden. Die 1996 stillgelegte Kläranlage liegt etwas versteckt direkt östlich neben dem Gehölzgarten Ripshorst. Parkt man am Haus Ripshorst, sind alle Ziele bequem zu Fuß zu erreichen.

Lea und Matthias vor dem Zauberlehrling
Kläranlage Läppkes Mühlenbach

Ist man in Oberhausen zum Thema "Orte des Wandels" unterwegs, ist das CentrO ein Muss.

Centro Promenade. Hier wurde früher Stahl gekocht.

Früher standen hier Hochöfen und Kühltürme.

Centro Promenade. Hier wurde früher Stahl gekocht.
Lea Wehr vor dem Gasometer

Ein Förderturm durfte nicht fehlen....

Lea hat mich kurz vom Hauptmotiv abgelenkt.... :-)

Am späten Nachmittag waren wir auf der Halde Hühnerheide. Die Vorstellung, dass man auf einer alten Mülldeponie steht, fällt schwer, sieht man das viele Grün direkt um sich herum.

Matthias Schwarzer von "checkpott" auf der Halde Hühnerheide
Lea Wehr von "checkpott"

Zeit auf der Heimat - Halde mit sehr netten ...

Matthias Schwarzer und Lea Wehr von "checkpott"

... und charmanten Gästen zu verbringen, hat den Tag komplett gemacht. Hat Spaß gemacht!

Lea und Matthias von Checkpott, Danke für den Tag! :-)

 

P.S. Sobald der Film fertig ist, ...

Lea Wehr

... könnt ihr den <hier> direkt erreichen.


Update 12.05.2015: Da ist er:-)

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Die Wiege der Ruhrindustrie …

stand in welcher Stadt? Wisst Ihr's?

 

Ein paar Tipps gebe ich Euch:

Am 18. Oktober 1758 wurde auf dem heutigen Gebiet dieser Stadt ein 9m hoher Hochofen angeblasen. Also gut 30 Jahre vor der französischen Revolution. Die Grundmauern des über 250 Jahre alten Gebäudekomplexes wurden von 2006 bis 2008 in der ersten industriearchäologischen Grabung Europas durch den Landschaftsverbandes Rheinland und des LVR-Industriemuseums namederstadt freigelegt. Die Anlage kann heute besichtigt werden. Das Nachfolgeunternehmen dieser Erz verarbeitenden Produktionsstätte mit dazugehöriger Gießerei und Formerei existiert noch heute. Es ist die MAN SE.

 

Benannt wurde die Stadt nach einem Schloss. Gebaut an einem Handelsweg an einer Furt über die Emscher. Die Emscher war damals noch kein offener Abwasserkanal, sondern ein natürlicher frei mäandernder Fluss.

International bekannt ist das Festival für Kurzfilme, dass seit 1954 jährlich stattfindet.

Es gibt in dieser Stadt einen Veranstaltungsort, den einzigen, in dem Christo zweimal ausstellte.

 

Auf einem alten Hüttengelände wurde in den 1990er Jahren ein großes Einkaufszentrum gebaut. Die „Neue Mitte namederstadt “ .

Es gibt auch weniger bekannte Ecken in dieser Stadt, in der ich seit meiner Geburt lebe. Schöne Ecken, interessante Ecken und schöne und interessante Ecken!

 

Ich denke, ihr wisst längst um welche Stadt es sich handelt. Klar, Oberhausen ist die Wiege der Ruhrindustrie!

 

In Sichtweite des Bahnhofs und der Hauptpost liegt der Friedensplatz mit seinen direkten Anliegern:

  • Amtsgericht

  • Polizeipräsidium

  • Das Europahaus mit Wohnungen, Geschäften und einem Hotel

Allesamt wunderbare Gebäude, erbaut in unterschiedlichen Baustilen.

Amtsgericht Oberhausen
Amtsgericht Oberhausen
Europhaus, Friedenplatz Oberhausen mit Brunnen
Europhaus, Friedenplatz Oberhausen mit Brunnen
Oberhausen, die Wiege der Ruhrindustrie steht an der Attika des Hans Böckler Berufskollegs
Hans Böckler Berufskolleg

An der Attika des Hans Böckler Berufskolleg befindet sich der Schriftzug:


Oberhausen, Wiege der Ruhrindustrie“


Für die Freunde der Nachtfotografie bzw. der blauen Stunde habe ich einen Geheimtipp. Die Schleuse Oberhausen: Es muss ja nicht immer der Gasometer sein, nicht wahr ;-)

Schleuse Oberhausen
Schleuse Oberhausen

Schleuse Oberhausen mit Selfie des Fotografen. Die blaue Stunde hatte ich an diesem Tag leider verpasst.

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Wie der Fotograf an seine Bilder kommt

Kapelle Westfriedhof Oberhausen

Als Fotograf habe ich zwei verschiedene Arbeitsweisen.

Auftragsarbeiten und freie Projekte plane ich im Voraus. Eine Bildidee wächst über die Zeit. Sie entwickelt sich in meinem Kopf. Am Tag der Aufnahmen geht es dann um die Umsetzung.

 

Die Kamera habe ich fast immer bei mir. Auch und gerade in meiner Freizeit - weil die Fotografie meine Leidenschaft ist.

 

Im Vorbeigehen fällt mir manchmal ein Motiv auf. Ungeplant sehe ich etwas das mich fesselt. Sofort bin ich Fotograf. Ganz ungeplant und unvorbereitet.

 

Wie bei einem Sonntagsspaziergang Anfang März. Die helle und flach scheinende Märzsonne ließ die Arkaden der Kapelle leuchten. Das Licht und Schattenspiel war an diesem Tag mein zufälliges Motiv.

Kapelle Westfriedhof Oberhausen

Schloss Oberhausen, Standesamt und Trausaal

Das Schloss Oberhausen liegt direkt am Naherholungsgebiet Kaisergarten. Darin befindet sich der Trausaal des Standesamt Oberhausen. In den Nebengebäuden befindet sich ein Restaurant.

Schloss Oberhausen
Schloss Oberhausen Trausaal
Schloss Oberhausen Trausaal
Schloss Oberhausen Trausaal
Schloss Oberhausen Trausaal
Schloss Oberhausen Hochzeitringe über der Tür des Trausaal

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Ricarda Geist, Bremen

Ricarda Geist, Bremen
Ricarda Geist, Bremen
Ricarda Geist, Bremen
Ricarda Geist, Bremen
Ricarda Geist, Bremen
Ricarda Geist, Bremen

Winternacht im Wald

Vollmond im Winterwald
Vollmond im Winterwald
Vollmond im Winterwald

Januar

Feld mit Baum im Januar am Niederrhein
Bushaltestelle mit Baum und Laterne am Niederrhein
Bushaltestelle mit Baum und Laterne am Niederrhein

Dreimal Emscher in Oberhausen

Lange Zeit war mir nicht bewußt, daß die Emscher früher ein natürlicher Fluß gewesen ist. Eine völlig abwegige Vorstellung für mich. Aufgewachsen in Oberhausen der siebziger und achtziger Jahre war die Emscher ein Synonym für einen betonierten, übel riechenden Kanal. Mit dem Begriff assoziierte ich Dreck und Gestank.

 

Uns Kindern hat man mehr als einmal eindringlich vor der Emscher und ihren kanalisierten Zuflüssen gewarnt: Wer einmal hineinfällt ist verloren. An den glatten, betonierten Ufern findet man keinen Halt. Herauskommen unmöglich. Bekräftigt wurde die Warnung immer wieder durch Unglücksfälle.

 

Ein Opfer der Emscher wurde am 21.04.1983 der Journalist Michael Holzach. Er ertrank in der Emscher beim Versuch seinen Hund zu retten.

Der Gasometer spiegelt sich in der Emscher. Niederrheinstadion Oberhausen.

Der Gasometer spiegelt sich in der Emscher, nahe des Niederrheinstadion Oberhausen.

Aus der Großeltern Generation gab es ganz selten mal andere Hinweise. „Da drüben ist das alte Emscherbett“ oder „Da ist die Emscher früher entlang geflossen“.


Irgendwo im Unterbewusstsein abgelegt, erinnerte mich an diese Sätze, als ich eine Infotafel im Kaisergarten las. Auf der Tafel steht etwas über die Geschichte des Schlosses und des Schlossparks. Der Park, den wir heute als Kaisergarten kennen. Gut. Und weiter: Das Gewässer das Schloss und Teich miteinander verbindet, entspricht dem ehemaligen Flussverlauf der Emscher.  Wie bitte? Die Emscher ein Fluss? Mit natürlichem Verlauf um das Schloss Oberhausen herum? Mit Fischen drin und Enten darauf? Komische Vorstellung, eigentlich nicht zu glauben.


Ja, das war so bis zum Beginn der Industrialisierung. 1758 nahm in Oberhausen der erste Hochofen seinen Betrieb auf. Weitere Zechen, Stahlwerke  und weiterverarbeitende Industrieunternehmen entstanden. Früh im 19. Jahrhundert wurde dann eine weitreichende Entscheidung getroffen. Die Ruhr sollte der Frischwasser Versorgung des Reviers dienen. Die weiter im Norden verlaufende Emscher zur Abwasser Entsorgung.
Das Schicksal der Emscher war besiegelt.
Bis dahin mäanderte die Emscher frei durch Auen, Eichen-Hainbuchen-Wälder und in den sumpfigeren Gebieten durch Bruchwälder.

Ludwiggalerie Schloß Oberhausen und Reste des ursprünglichen Emscher Flußbett

Kaisergarten, Ludwiggalerie Schloss Oberhausen und Reste des ursprünglichen Emscher Flussbett.

Das Revier wuchs, weitere Stahlwerke und Fabriken entstanden. Die Bevölkerungszahl nahm zu. Immer mehr Abwässer wurden in die Emscher geleitet. Durch Überflutungen, die durch Bergsenkungen noch verstärkt wurden, kam es zu Krankheiten und Seuchen da das Abwasser nicht mehr richtig abfloss.
Eine Kanalisierung des Flusses zum Schutz der Menschen wurde notwendig.  Beauftragt wurde hiermit die am 14.12.1899 gegründete Emschergenossenschaft. Zusätzlich zur Kanalisierung musste die Mündung in den Rhein später zweimal nach Norden verlegt werden, um das notwendige Gefälle des Flusses zu erhalten.

Insgesamt gibt es auf Oberhausener Stadtgebiet drei verschiedene Flussverläufe der Emscher.
Das gibt es in keiner anderen Stadt.

Der ursprüngliche, natürliche Emscher Verlauf, von dem bis heute Reste zu erkennen sind.
Im Kaisergarten das Gewässer hinter dem Schloss bis zum Teich gehört zur „alten Emscher“ ebenso wie ein Bereich im Liricher Westfriedhof. Der Graben, der hinter dem Pförtnerhäuschen beginnt und sich in einer Rechtskurve bis zum Weltkriegsdenkmal und Teich zieht, ist das alte Emscher Flussbett. Bei der Planung des Friedhofs wurde es augenscheinlich bewusst mit einbezogen.

Altes Emscher Flußbett. Westfriedhof Oberhausen.

Reste des natürlichen Emscher Flussbett, Westfriedhof Oberhausen.

Blume Wiesenschaum. Alten Emscher Flußbett. Westfriedhof Oberhausen.

Im Frühling wächst Wiesenschaum auf dem ehemaligen Grund der Emscher.

Der zweite, bereits kanalisierte, Verlauf der Emscher ging durch Buschhausen Richtung Duisburg Hamborn und weiter in einer flachen Biegung Richtung Norden. Dieser Abschnitt ist teilweise schon renaturiert und wird offiziell „Kleine Emscher“ genannt.

Weitere Bergsenkungen machten eine zweite Verlegung des Flusses notwendig.
1949 bekam die Emscher Ihren heutigen Verlauf. Die „Neue Emscher.“ Mit einer deutlichen Kurve Richtung Norden kurz hinter dem Stadion Niederrhein wurde gewährleistet, dass die Fließgeschwindigkeit nicht weiter abnahm.

Der markante Nordknick der Neuen Emscher hinter dem Niederrheinstadion Oberhausen.

Der markante Nordknick der Neuen Emscher nahe dem Niederrheinstadion Oberhausen. Ab hier verläuft die Emscher nicht mehr parallel zum Rhein-Herne-Kanal.

Die Kleine Emscher in Oberhausen Buschhausen renaturiert.

Die Kleine Emscher in Oberhausen Buschhausen ist bereits naturnah umgestaltet.

Die Kleine Emscher in Oberhausen Buschhausen renaturiert.
Die Kleine Emscher in Oberhausen Buschhausen renaturiert.
Sommerabend an der Kleinen Emscher in Oberhausen.

Sommerabend an der Kleinen Emscher in Oberhausen.

Abzweig zum Klärwerk Emschermündung in Oberhausen-Holten bzw. Dinslaken.

Abzweig zum Klärwerk Emschermündung in Oberhausen - Holten / Dinslaken. Ist der Pegel zu hoch, kann das Klärwerk keine Abwässer mehr aufnehmen. Das Abwasser fließt dann über die Barriere ungeklärt weiter in den Rhein.

Emscher Abzweig Klärwerk

Satellitenbild, Quelle: Google Maps.

Geklärtes Emscher Wasser .

Geklärtes Emscher Wasser  fließt aus dem Klärwerk Emschermündung.

Die Faultürme des Klärwerk Emschermündung im Hochsommer.

Die Faultürme des Klärwerk Emschermündung im Hochsommer.

Die Faultürme des Klärwerk Emschermündung im Hochsommer.
Oberhausen Holten. Blick auf das OXEA Werk Ruhrchemie.

Oberhausen Holten. Blick auf das OXEA Werk Ruhrchemie.

Hauptkanal Oberhausen Sterkrade

Kurios und ein wenig ekelig. Ein Reiher hat am Hauptkanal Oberhausen Sterkrade seinen festen Einstand.

Emscherbrücke. HOAG Trasse Oberhausen.

Emscher Brücke. HOAG Trasse Oberhausen.

Zurzeit arbeitet die Emschergenossenschaft an einem unterirdischen Kanal, den „Abwasserkanal Emscher“ (AKE). Der AKE wird die Aufgabe der Abwasserentsorgung des Reviers ab 2017 übernehmen. Dann werden keine Abwässer mehr in die Emscher geleitet. Die Renaturierung des Flusses kann dann beginnen.

So, wie die Emscher einmal war, werden wir den Fluss nicht wieder sehen können. Frühere Mäandern und Auen können nicht wieder hergestellt werden. Die Emscher wird eingedeicht bleiben, da sich die Umgebung viel zu sehr verändert hat. Aus menschenleeren Flussauen und Bruchwäldern ist das dicht besiedelte Ruhrgebiet geworden. Durch Erweiterung der Emscherdeiche soll allerdings ein naturnaher Flussverlauf möglich werden. Ich bin sehr gespannt, wie die Emscher dann aussehen wird.

Sonnenaufgang an der Emscher in Oberhausen Buschhausen

Sonnenaufgang an der Emscher in Oberhausen Buschhausen.

Fakten:


Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Emscher ein natürlicher, frei mäandernder Fluß. Im Mittelalter wurde an den Hängen des Emschertals z.B. in Dortmund-Hörde Weinbau betrieben. Straßennamen wie Winzerweg und Weingartenstrasse erinnern daran.

Ein Projekt zur Schiffbarmachung wurde 1774 vom preußischen König Friedrich II abgelehnt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden, bedingt durch die Industrialisierung, Abwässer in die Emscher geleitet.

Durch Bergsenkungen mußte die Mündung der Emscher im 20. Jahrhundert in den Rhein zweimal nach Norden verlegt werden.
So gibt es ab Oberhausen drei Verläufe: die "Alte Emscher"(der ursprüngliche Verlauf), die "Kleinen Emscher"(1910) und die "Neue Emscher.

In Oberhausen sind alle drei Verläufe bis heute sichtbar.

Ab 2017 wird ein unterirdischer Kanal die Aufgabe der Abwasserentsorgung übernehmen. Der "Abwasserkanal Emscher" wird 73km lang werden und zwischen 8m und 40m Tief im Erdreich verlaufen. Durch die Bergsenkungen ist kein durchgängiges Gefälle möglich. Drei Pumpwerke, jeweils in Gelsenkirchen, Bottrop und Oberhausen, werden die Abwässer aus der Tiefe wieder hoch bis kurz unter die Erdoberfläche pumpen.

Die Emscher wird nach Fertigstellung des Abwasserkanal-Emscher naturnah umgestaltet.

Le Coq Karte von 1805. Die drei Emscher Verläufe in der Übersicht.

Die drei Emscher - Verläufe in der Übersicht.

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Zwischen den Jahren fotografiert

Oberhausen, Halde Hühnerheide.

Halde Hühnerheide, Oberhausen
Halde Hühnerheide, Oberhausen
Halde Hühnerheide, Oberhausen